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Wanderritt Mittelburgenland-Steiermark

Das war Wanderreiten vom Mittelburgenland bis in die Steiermark vom 20. bis 22. Juni 2019. Ein Bericht von Edith Leitner

Fotos von Edith Leitner





Endlich war es soweit am 19. Juni am Nachmittag erreichte ich bei strömenden Regen Pilgersdorf un-weit von der Burg Lockenhaus, wo jeder auf einer Wiese seinen eigenen Paddock errichten musste, so bekamen wir gleich alle einen Eindruck von den anderen Teilnehmern und vom richtigen Wanderreiten. Wir, 13 Reiter bezogen anschließend unser Quartier in der imposanten Burg Lockenhaus mit ihrem einzigartigen Ambiente, ihrer geschichtsträchtiger Vergangenheit und ihrer Lage.




19.00 Uhr Treffpunkt zum Kennenlernen und mit Spannung erwarteten wir die Kartenunterlagen und die Gruppeneinteilung für den ersten Tagesritt, wir erfuhren dann von Heinz Rieger, dem Bgld.  Wanderreitreferenten der den meisten  Reitern schon vom Burgenlandritt im Mai bekannt war,  dass dieser Ritt ein Teilstück eines 300 Kilometer Wanderrittes ist,  der durch das Burgenland, Ungarn bis in die Steiermark führt, und unter dem Namen „Weitwanderritt vom Nordburgenland ins Südliche“ zu finden ist.




Der Regen hatte sich verzogen und wir verbrachten einen langen Abend in der Burgtaverne im Hof bei pferdigen und anderen Gesprächen, spät in der Nacht stiegen wir in unsere Burgzimmer hinab und träumten von den bevorstehenden Tagen.




5.30 Uhr am 20. Juni 2019 dem 1. Reittag - auf der 1:50.000 er Karte war die Strecke von Pilgersdorf – Bubendorf - Salmannsdorf - Bienenhütte/Bernstein – Langau - Grodnau – Bergwerk – Sauerbrunn - St.Martin in der Wart (Pferdestall)- Oberwart (Menschenquartier) eingezeichnet, 37,48 Kilometer sollten es am Abend im Quartier der Pferde sein. Der Tag begann mit der Fütterung der 13 Pferden alles war friedlich, Nebelschwaden lagen über den Wiesen ich hatte bereits Heu verteilt als ich Hilfe beim Wassertragen bekam.




8.15 Uhr musste die erste Gruppe zum Abritt fertig sein. Heinz kontrollierte ob von den Paddocks alles sauber weggeräumt war und in seinem Anhänger von jedem Reiter 2 Kübel und 1 Reisetasche verstaut waren.



Angelika und Erich waren bereit, sie stellten die erste Gruppe. 8.30 Uhr die zweite Gruppe startete, unsere Gruppe kam als letzte um 8.45 Uhr an die Reihe. Dietmar unser „Chef“ seine Manuela, Bernhard, Moni und Edi und ich, Edith bildeten eine Gruppe. Wir waren die „Arabergruppe“.Es ging vorbei an Ackerflächen bebaut mit Weizen übersät mit Kornblumen, durch Tannen- und Mischwälder, bergauf zum Bernstein / Bienenhütte ( 620m ).  Herrliche Stille umgab uns bis auf das Schnauben der Pferde und Dietmars Anweisungen.





Edi betätigte sich als Späher auf dem Felsen aus blauem und grünem Schiefer, für mich waren diese Felsen ein Hotspot,  gleißend und glänzend – so etwas hatte ich in meinem Leben noch nie gesehen. Heinz hatte fürsorglich bei netten Pferdemenschen einen Stopp organisiert es war drückend heiß und Bremsen und Mücken belästigten uns und unsere Pferde.




Wir verließen Oberhasel im Bernsteiner Hügelland.  Sanfte hügelige Landschaft bis nach Bergwerk , es handelte sich um ein Bergbaugebiet mit Eisen-, Kupfer- und Schwefelkiesabbau. Im Gasthaus Seidl wurden wir mit einem Buffet verwöhnt, den Pferden wurden entlang des Tauchenbach‘s rasch einige Paddocks aufgebaut.




Genuss ist im Burgenland seit jeher großgeschrieben, aber leider, wir mussten noch weiter.  Ca. 15 Kilometer lagen noch vor uns. Über Feld – und hügelige Waldwege ging es nach St.Martin i.d.Wart zum Pferdestall wo allen Pferden Boxen zur Verfügung standen. Die Pferde konnten wir hier duschen, mit Hafer und Heu versorgen und dann wollten sie alle ihre wohlverdiente Ruhe. Wir wurden vom Wirt aus Oberwart abgeholt und ins Quartier gebracht, die Fahrt brachte uns wieder in die Wirklichkeit zurück. Engelgleich hatte Heinz schon den Anhänger mit unseren Taschen vor dem Hotel abgestellt. Nach einem vorzüglichem Abendessen fand sich Zeit den Tourenplan des nächsten Tages zu besprechen, Detailkarten bekamen wir wie immer von Heinz und dann haben wir uns noch lange bei verschiedenen Scherzen die Nacht  um die Ohren geschlagen.




7.00 Uhr Frühstück am 21. Juni 2019 – 2. Reittag unser heutiges Ziel ist Güssing. St. Martin - Eisenzicken - Großpetersdorf – Kotezicken - Kohfidisch (Mittagsrast)- Punitz - Ludwigsdorf - Güssing -  39,44 Kilometer. Wieder ein sonniger Tag, Mit den ausgeruhten Pferden geht es zuerst kurz durch den Ort St. Martin hinunter zum Zickenbach den wir nun längere Zeit entlang reiten bis zur Ortschaft Eisenzicken und weiter bis zur Bundestraße. Das waren  8 Kilometer im Galopp über Wiesen- und Feldwege entlang des Zickenbaches. Danach stellten wir alle einheitlich fest,  dies gibt’s nur im Burgenland.




Die nächsten 12 Kilometer flogen ebenfalls ziemlich rasch unter den Hufen unserer Pferde vorbei, denn die Wege waren sehr pferdefreundlich. Dann hatten wir Zeit für eine längere Rast in Kohfidisch. Der Innenhof des Gasthofes war umsäumt mit Buschwerk und reichlich Grasfläche schnell wurden wieder Paddocks aufgebaut, die Pferde  getränkt  Danach konnten auch wir uns getrost zum üppigen Mittagsmahl begeben. Denn dem Gasthof angeschlossen war ein Schlachtbetrieb – Mahlzeit. Penibel wurde darauf geachtet, dass wir zeitgerecht  aufbrechen. Durch das Schloss Kohfidisch sollten wir reiten, dies wurde uns aber verwehrt. Egal unsere straßentauglichen Pferde meisterten auch die wenigen Kilometer entlang der Bundesstraße. Jetzt kam eine für das Burgenland ungewöhnlich 15 km lange Waldstrecke die uns angenehmen Schatten spendete. Mitten im Nichts stand wie verzaubert ein Reitstall auf der Strecke und weil unser Quartier für diesen Tag nicht mehr weit war beschlossen wir einen kurzen Stopp. Die Boxen mit Paddocks waren kühl  mit Heu gefüllt, die Pferde dankten es uns und wir waren dankbar für die kühlen Getränke. Gestärkt hatten wir bald unser Ziel den Bio-Reitstall und Pension Fabian in Güssing erreicht Als wir dort ankamen hatten die anderen Reiter bereits ihr Pferde verpflegt und waren schon gut aufgelegt. Auf dem umliegenden Weideland befanden sich zahlreiche Pferde, unsere Pferde bezogen gut versorgt auch eine Box.  Wir hatten nun eine lange Nacht vor uns, mit Grillerei und viel, viel  Uhudler.




Pünktlich wie jeden Tag ritten wir von Ludwigshof weg und mussten zur Strem, hier fanden wir einen markierten Reitweg auf den wir blieben.  Graue Wolken wechseln mit blauem Himmel und plötzlich war es als würden Kübel mit Wasser über uns ausgeleert. Ab Rosenberg kamen wir in eine Wald-Allee die sich 6 Kilometer durch das Gebiet zog.  Der Regen begleitete uns bis nach Poppendorf / Heiligenkreuz zum Reitstall Krumphof, dies hat aber unserer guten Laune nichts anhaben können, denn zur Mittagsrast schien wieder die Sonne. Dort angekommen erfuhren wir, dass 2 Pferde lahmten .  Jetzt machte sich die gute Organisation bemerkbar. Heinz fuhr die Anhänger holen und so konnten die beiden Pferde ohne weiteren Schaden zu nehmen geführt werden. Das letzte Mal bekamen wir eine Reitkarte und die Hinweise, dass es drei Holzbrücken gibt die nur einzeln und zu Fuß überquert werden durften.




22. Juni 2019 unser letzter Reittag mit Zielpunkt Fürstenfeld ist angebrochen: Güssing - Rosenberg - Neustift - Poppendorf - Königsdorf - burgl/steir. Grenze Fürstenfeld - 33,55 Kilometer Mit einem gut trainierten Pferd machte auch der letzte Tag noch Spaß. Gut, dass die Regenschauer während des reichlichen Frühstücks waren, wir verstauten heute zum letzten Mal unser Gepäck. Wir nahmen Abschied von den Koppeln beim Krumphof.  Der Nachmittag präsentierte sich ganz besonders, Sonne schien uns den Abschied vom Burgenland schwer machen zu wollen. Unsere Route führte uns weiter nach Poppendorf, vorbei am Reitstall Rössler, dann einen langen Feldweg.  Die Ritschein fließt rechter Hand begradigt unter uns vorbei und es regnete bereits wieder.  Bei Königsdorf wechselten wir das Ufe. Der Weg, der km. lang zum Traben einlud, lag zwischen Golfplatz und Bach. Die erste Holzbrücke lag vor uns, vorsichtig haben alle unsere Pferde die Brücke überquert. Im schnellen Schritt wurde die angrenzende Straße genommen. Unsere Pferde spürten unsere nicht mehr so gute Laune, aber sie gingen über die nächste der Schleusenbrücke und Fußgängerbrücke ohne Zaudern und der Regen wurde immer stärker und stärker. Kurze Zeit später klingelte das Eisen bei Manuelas Pferd Inschi bei jedem Schritt, Wanderreiten heißt aber auch ein lockeres Eisen befestigen zu können, für Dietmar stellte dies absolut kein Problem dar. Nur mit gut ausgebildeten und durchtrainierten Pferden kann ein Reiter Wanderritte meistern und dabei auch noch Spaß haben.

 

 

 

In Dietersdorf sahen wir einen Reitweg  mitten durch den Wald der in unserer Karte nicht angeführt war und angeblich nach Auskunft einer Dame nach Übersbach führt.  Dieser wurde dann unser letzter Galopp des 3. Tagesrittes und wir kamen nass aber glücklich im Reitstall Bichler in Übersbach / Fürstenfeld an. Die Pferde konnten die letzte Nacht in einer Luxusherberge verbringen und auch wir waren gut untergebracht. Die letzten gemeinsamen Stunden verbrachten wir in einer ausgelassenen Stimmung, verschiedene Charaktere kristallisierten sich in den drei Tagen heraus. Freundschaften wurden vertieft oder geknüpft. Der Wanderritt über die 110 Kilometer durch Wälder, an Seen, Burgen und Schlössern vorbei, drei Tage auf lautlosen Wald- und Feldwegen, mit unseren Pferden immer willig voran, nie müde werdend und mit den anderen Reitern – sympathisch, hilfsbereit, bleibt mir sicher unvergesslich.

 

 

 

Zum Bericht mit weiteren Bildern im PDF-Format bitte hier klicken!




Wanderreit-Termine 2020 des Bgld. Pferdesport-Verbandes, Referat Wanderreiten

INFO:  E-Mail: rieger.heinz@aon.at

3  Tage: Do. 21. Mai  -  23. Mai 2020   -  Ritt im österr./ung. Nationalpark „Neusiedler-See“

1  Tag: Do. 11. Juni 2020                        Ritt im Seewinkel,   Podersdorf – Apetlon – Frauenkirchen – Podersdorf

2 Tage: Fr.  12. Juni  -  13. Juni 2020  -  Nördl. Bgld.  -  Podersdorf – Zurndorf – Leitha-Auen - Rohrau  -

Weiden – Podersdorf

3 Tage: Do. 11. Juni – 13. Juni 2020  -  Seewinkel und nördl. Bgld.

2 Tage: Sa. 19. Sept – 20. Sept 2020        -  Galoppreiten im Stremtal - Güssing




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